Lahn 2010

Zaubern schon mal gar nicht!

Weilburg – Lang mussten die deutschen Flüsse ausharren bis es am vergangenen Wochenende endlich soweit war. ASpoNa veranstaltete die erste Kanutour auf einem bundesdeutschen Gewässer. Eine solche Premiere muss natürlich in einem entsprechenden Rahmen stattfinden. Darum nächtigten die ASpoNaten auch nicht im schlichten Zelt am Flussufer, vielmehr musste es diesmal die vier Sterne Absteige Hotel zur Lahnschleife sein. Aber so weit sind wir noch gar nicht.

Noch am Freitagnachmittag sah es schlecht aus für die neun auf ganz Deutschland verteilten ASpoNaten. Der Pegel der Lahn bei Leun lag über der magischen Grenze von 360cm. Ab diesem Pegel wird die Schifffahrt auf der Lahn eingestellt, auch Kanuverleiher geben dann kein Material mehr aus. Mit einem Plan B in der Hinterhand reisten dann am frühen Samstagmorgen immerhin sieben ASpoNaten an. Ein junges Pärchen aus Hamburg hatte am Vorabend ob der Freude des Wiedersehens zu lange und zu intensiv gefeiert und sah sich daher morgens nicht in der Lage einen Personenkraftwagen zu führen. Pünktlichst um elf Uhr traf sich die verbliebene Truppe an der Schleuse Oberbiel. Der Pegel stand tatsächlich bei nunmehr 350cm, einer Paddeltour somit nichts mehr im Wege. Ein PKW war im Rahmen der Anreise am Hotel geparkt worden und auch Hans, der aus dem badischen kenzingen stammende Kanuverleiher, war schon da. Nach zügiger Übernahme des Materials wurden die Besatzungen eingeteilt. die Boote beladen und zu Wasser gelassen. Bereits nach wenigen Minuten hatte die Labradordame Lissi genug vom Kanufahren und ging kurzerhand über Bord um ein vorbeitreibendes Stöckchen zu erbeuten. Somit war dem Flussopfer genüge getan.

Bereits nach 1500m stellte sich den Paddlern das erste Hindernis in Form der Schleuse Niederbiel in den Weg. Nach kurzer Verwirrung bezüglich der Funktionsweise und anschließender Beseitigung aller Klarheiten durch die aufgestellte Infotafel gelang es dem erfahrenen Mundschenk und dem König höchstselbst die drei Boote sicher auf ein niedrigeres Niveau zu schleusen. Die Lahn machte nunmehr ihrem Ruf als einem der schönsten Wanderflüsse Deutschlands alle Ehre. Nach 10km wurde eine erste Rast eingelegt um ein zünftiges Vesper einzunehmen. Entgegen aller Befürchtungen war genug Wasser da. Es folgte noch einige Runden Kubb mit den immergleichen Siegern. Schließlich paddelte der bunte Haufen weiter bis Weilburg. Lediglich auf den letzten Metern zeigte das bis dato traumhafte Paddelwetter dass es auch durchaus hätte anders kommen können indem es einige Regentropfen gen Boden schickte. Am Tagesziel wurden die Boote auf dem Gelände des Kanuverleihers abgelegt. Während das Gepäck vom Grillmeister zum Hotel chauffiert wurde erkundeten die verbliebenen ASpoNaten das Städtchen. Am Hotel angekommen wurden die Ferienwohnung und das Appartement bezogen. Um am nächsten Tag rechtzeitig zum Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft zuhause sein zu können wurden die Autos an den Ausstiegsort überführt. Nach einer kurzen Erfrischung in der römischen Badelandschaft machte sich alsbald das Gefühl von Hunger breit.  Die vom König samt Gattin ausgewählte Pizzeria stieß auf wenig Gegenliebe. So oblag es dem erfahrenen Mundschenk eine geeignete Speiselokalität auszuwählen. Es fand sich schließlich der Bürgerhof. Hierbei handelt es sich um ein, wie das Internet verrät, 1982 nach modernsten Gesichtspunkten der Gastronomie entstandenes Haus stilvoller Gastlichkeit, das auch höchsten Ansprüchen gerecht wird, samt zugelaufener Katze. Es wurden Jägerschnitzel, argentinische Rumpsteaks, Pfifferlinge, Schweinelendchen und Grillhaxe geordert. Letzterem war leider kein Beilagensalat angedacht worden. Auf die Nachfrage ob es denn möglich wäre noch einen solchen zu zaubern erhielt Christian als Antwort ein kurzes, aber eindeutiges „Zaubern schon mal gar nicht“. Letztendlich konnte aber auch ihm ein Salat zubereitet werden, welcher angesichts der Qualität der Haxe in Verbindung mit den übrigen Beilagen zumindest den schlimmsten Hunger stillte. Auf dem Weg zurück zum Hotel waren die vorher wie ausgestorben erschienenen Straßen und Gässchen plötzlich mit zahlreichen Menschen gefüllt. Anscheinend waren alle anderen Gäste und Einheimischen beim Konzert eines polnischen Ensembles gewesen. Vermutlich war es diesem Umstand zu verdanken, dass die ortsansässige Eisdiele noch geöffnet hatte. Dass die ASpoNaten sich diese Möglichkeit nicht entgehen ließen muss wohl nicht weiter erwähnt werden. Nach einem kurzen Abstecher zum Public viewing fielen die müden Kanuten bald in ihre weichen Bettchen.

Wie schon am Samstag konnte der Zeitplan auch am Sonntag eingehalten werden. Pünktlich um neun Uhr traf man sich im Frühstückssaal um ordentlich Kalorien für den Tag zu bunkern. Dieses Vorhaben gelang Dank des üppigen Buffets komplikationslos. Wieder durfte sich das faule Gepäck zum Fluss fahren lassen während die ASpoNaten zu Fuß gingen. Bei strahlendem Sonnenschein, der den ganzen Tag halten sollte, wurden die Boote beladen und los ging es. Sofort nach dem Start das nächste Highlight, der Schiffstunnel. Zusammen mit Horden betrunkener Hessen in großen Zehnerkanadiern ging es durch die folgende Doppelschleuse. Auf den folgenden schönen Kilometern gelang es Abstand zwischen sich und die Vandalen zu bringen, so dass die Schönheiten der Natur in aller Ruhe genossen werden konnten. Es folgte eine weitere Schleuse welche im Expressverfahren überwunden wurde. Anschließen trieb die Truppe einige Zeit im Verbund den Fluss hinunter bis sich kurz vor dem geplanten Ausstieg noch ein schönes Fleckchen Erde fand, immerhin hatten die Kanuten seit Stunden nur noch Schokoriegel zu sich genommen. Die letzten Kilometer wurden dann noch einmal gepaddelt bis man schließlich Fürfurt erreichte. Es wurde angelandet, die Leihboote samt Ausrüstung einfach am Ufer deponiert und die Jacht auf dem Audi verzurrt. Im lauschigen Biergarten schließlich ließen die ASpoNaten das Wochenende ausklingen. Pünktlich zum Anpfiff des Spiels Deutschland gg. Australien kehrten dann auch die Letzten zurück nach Hause. Alles in allem also eine durchaus gelungene Premiere. Es soll nicht die letzten Wochenendtour gewesen sein. Wir werden berichten.

 

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