Bronze(+), Silber(+) und Gold

Die Anmeldung und Verlosung der Startplätze für den SWS2026 sind in vollem Gang und es fehlt immer noch ein Bericht zur letztjährigen epischen Fahrt. Höchste Zeit, das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen.

(Ergänzungen der Bronze und Silberfahrer dürfen, ja müssen, von diesen hier eingefügt werden.)

Sommer, August 2025

Die Aussicht auf gute Verpflegung und die unzähligen Kalorien in Form verschiedenster Kuchen hat die Aspona Radsportabteilung erneut ins Münstertal gelockt. Die Teilnahme von letztem Jahr war noch in guter Erinnerung. Und so konnten weitere Loire-Gloire Fahrer von einer erstmaligen Teilnahme überzeugt werden. Frank und Gregor sind dieses Jahr die SWS Novizen und wagen sich mit Bronze an diese Herausforderung. Und hier sei es nochmal gesagt: Selbst die Bronzevariante bringt beachtliche ~3000hm auf die Strecke.

Anreise und Übernachtung am Vortag haben sich bei den letzten Veranstaltungen bewährt. Und auch hier hörte es sich auf dem Papier zunächst gut an, Quartier auf dem Hartplatz hinter der Belchenhalle in Camper und Bus zu beziehen. Zumal Fred und der Captain sich so früh wie nie auf die Strecke begeben werden. Gold und möglicherweise Gold. 5uhr30 Start!

Doch kleingeistige Fußballproleten des ansässigen Vereins, SpVgg Untermünstertal, hatten andere Pläne, als den Pedaleuren ihre Nachtruhe zu gönnen. Die Vereinshütte lag nur wenige Meter vom Hartplatz (Zelt- und Camperplatz) entfernt: Lautes Ballermann-Liedgut und Gegröle bis weit nach 3Uhr. Randale in der Belchenhalle inklusive, wie man später lesen könnte.
Der Wecker klingelt, gefühlt kurz nachdem die Partymusik verstummte. Tatsächlich waren es bescheidene 1h-1h30 Schlaf. Optimal ist anders. Dazu grüßt der Mond noch hoch am Himmel. Bilder die eines solchen Unterfangens würdig sind. Natürlich ist der König auch schon wach und unterstützt moralisch seine Untertanen.

Kurz vor 5Uhr, ein schnelles Frühstück mit Kaffee in der Belchenhalle. Kurzes Gespräch mit einem Pärchen, dass sich früh als Helfer hatte einteilen lassen. Da konnte der Captain natürlich von seinen Erfahrungen berichten.
Aber nun keine Zeit verlieren. Ein wenig Nervosität und Respekt machen sich breit. Letzter Klogang. Göffel nicht vergessen. Wasserflaschen füllen. Powerbank. Stempelkarte. Sonnencreme! Technik bereit machen… Zum Glück sind die Loire-Gloire-Randonneure durch vorherige Marathons bestens darin geübt.

Und kurze Zeit später bewegt sich die Starterschlange inklusive Fred und Captain Richtung Startlinie und der 1. Stempel des Tages wird kurz nach 5uhr30 ins Fahrtenbuch gedrückt. Zuspruch und gute Laune inklusive. Also los, auf geht´s. YOLO und so jung kommen wir nicht mehr zusammen.
Nach der Startlinie werden nicht viel Zeit und Meter vergeudet und wir sind im ersten Anstieg zum Kreuzweg. Noch im Dunkeln und mit Lampen am Rad, beginnt im Anstieg die morgendliche Dämmerung- eine wahrlich besondere Stimmung. Nee was ist das schön. Nur nicht hetzen, wissen wir doch, wahrscheinlich werden wir, abgesehen von ein paar Verpflegungspausen, auch erst wieder in der Dämmerung (oder später) vom Rad steigen. Hoffentlich im Ziel. Hoffentlich ohne Stürze und Defekte.

Zur ersten Abfahrt ist es nun schon hell und somit weniger gefährlich und wir können im Eiltempo hinunter nach Badenweiler schießen. Am Kurhaus wurde wieder einiges an Verpflegung aufgefahren: Brote, Zopf, Obst, Nüsse, und die ersten Kuchen: z.B. Zwetschgenstreusel. So kann es weitergehen. Es herrscht beste Stimmung bei Sonnenaufgang. Da es heiß werden soll, füllt der Captain seine Zweitflasche an einem der Iso-fässer auf. (Oweeeh)

~7uhr15 und wir machen uns auf zum nächsten der zahlreichen Anstiege. Der Hochblauen. Bei gutem Wetter mit Ausblick bis zu den Vogesen und den Alpen.

Und auch die verbliebenen Asponaten (Frank, Gregor und der König) sind seit wenigen Minuten auf der Strecke (Start ~7Uhr). Jetzt sind alle unterwegs.

Wir springen zurück an die Spitze: Hinunter Richtung Kandern und hügelig weiter nach Lehnacker genießen wir Windschatten hinter einem Duo mit kräftigem und motiviertem Fahrer. Merci und Chapeau.  


Gemeindezentrum Tegernau

Wurde aber auch langsam Zeit. Der Kuchen-Blut-spiegle (mmol/dl= mass molecake (hist.); l= Volumen Beinmuskulatur (Liter); d= Diffussionskonstante. Nicht zu verwechseln mit dem Blutzuckerspiegel!) ist bedenklich niedrig, da der letzte Kuchen sicherlich schon in den Beinmuskeln verbrannt wurde. Und nun schlägt die Stunde für den Göffel. Ein Goodie der Veranstalter für jeden Teilnehmer, um Besteckmüll zu vermeiden. Und bei einigen immer noch in Benutzung!
Bratkartoffel mit Quark und Salaten ist hier das Hauptgericht. Und das um halb Zehn Uhr morgens. Und natürlich Brote, Käse und Kuchen, soweit die Augen über die Tische reichen. Freundliche Helfer überall.

Kurz nach Tegernau, keine Überraschung, der nächste Anstieg. Der Captain überschlägt im Kopf die verbleibende Strecke und Anstiege und ob sich das mit Gold ausgeht. Schwere Entscheidung, aber es hilft nichts. Das 2er Team muss sich wohl oder übel nun trennen. Fred beschließt weiter in seinem Tempo zu fahren und bei der nächsten Station auf den König zu warten und so gemeinsam Silber zu fahren. Die Silberfahrer lassen den Hohtann aus, die Bronzefahrer nehmen ihn erst nach der Station Utzenfeld in Angriff. Und somit vergeht nicht zu viel Zeit bis zum Wiedersehen in Utzenfeld. Aber was ist Fred eigentlich Gefahren? Mit oder ohne?


Über Pfaffenberg (die Bratkartoffeln an der Station im Wald des Männer Gesangvereins vorheriger Jahre sind noch am Gaumen präsent) bis nach Schönau geht es wellig oberhalb des Wiesentals entlang, tendenziell eher aufwärts.
Ausblicke wie aus einer Schwarzwald-touristen-broschüre inklusive. Der Captain schließt auf eine Gruppe Kölner auf. Früh gestartete Silberfahrer. Die Strecke ist noch von Franks Geburtstagsausfahrt frisch in Erinnerung und so kann er recht genau vor den tückischen Bodenwellen warnen- hatte der Veranstalter eine Nachricht geschickt, dass es genau dort zum Sturz mit Krankenwageneinsatz gekommen ist. An der Strecke warnt der Veranstalter, zusätzlich zu den Streckenmarkierungen, die ankommenden Fahrer mit eigenem Personal an der gefährlichen Stelle- vorbildlich!
Selbst Franks Trinkflasche hat just an dieser Bodenwelle (Entwässerungsrinne) bei der letzten Erkundungsfahrt entschieden, ihren eigenen Weg den Abhang hinunter zu nehmen… und war nicht mehr aufzufinden.

Kurz nach Schönau steht der nächste bekannte Pass an- der Hohtann. Letztes Jahr Schlussanstieg, heute steht er nicht mal auf halber Strecke auf dem Plan. Nicht überpacen. Aber trotzdem bleiben die Kölner im Anstieg zurück, sowie eine weitere Erinnerung an eine Zufallsbegegnung.

Utzenfeld. Marmeladenmanufaktur Faller. Gehört seit wenigen Jahren fest zum Programm. Und das zu Recht!
Verschiedenste Leckereien nebst Marmelade aus eigener Herstellung. Und die erste Schwarzwälder-Kirsch-Schnitte. Mmmmhhh. Auch die Ausstellungsbox des neuen Sponsors Orbea mit neustem Modell kann hier bestaunt werden.
Am Ende der Pause trifft Fred ein. Aber für den Captain geht es schon wieder weiter. Aber Dank Schwarzwälder Kirschtorte wird die Wartezeit für ihn hier sicherlich erträglich werden.
Wie eine zu lange nicht mehr geputzte Kette, der Magen läuft irgendwie nicht mehr ganz rund.


Zum Hochkopf wird ein weiterer 1000 m ü.M. Pass absolviert, um auf die westliche Seite des Wiesentals und weiter zur Wehraschlucht und auf die Hotzenwald-schleife zu gelangen. Alleine fährt man hier selten und immer wieder schließt man auf kleinere Gruppen auf oder wird von einzelnen überholt. Leider nimmt auch zur Mittagszeit der motorisierte Ausflugsverkehr zu. Kein Wunder bei bestem Sommerwetter.
Aber die herrlich lange Abfahrt durch die Wehraschlucht bis nach Wehr im Anschluss, ist, wie schon letztes Jahr, grandios. Abwechselnd and der Spitze geht es zu zweit hinunter. Und wie letztes Jahr steht leider der längste Anstieg des Tages in der Mittagshitze an. Vorsorglich nochmal die Wasserflasche an einem tröpfelnden Brunnen auffüllen. Das kann ein Nachbar nicht mit ansehen und bittet in seinen Garten. Hier schießt das Wasser mit Druck und kühl aus seiner Leitung. Herrlich. Das ist Gastfreundschaft. Mit Dank und besten Grüßen geht es weiter.

Hier verteilt sich das Feld der Fahrer merklich und nur noch wenige Fahrer finden zusammen. Man ist froh für jedes Hinterrad oder moralische Unterstützung, wenn selbst an der Spitze, bei einer Hitze über 30 °C. Durchhalten bis zur Skihütte in Herrischried mit seinen kühlen Innenräumen.

Zwischenzeitlich ein Bild -15uh15. Gregor und Frank haben am letzten Anstieg (Hohtann) noch einen Abstecher zum Belchen gemacht. Bravo. Bronze Plus sozusagen. Ein Eis für die 300 extra Höhenmeter sei ihnen gegönnt.

Skihütte. Kulinarisch fehlt es wiederum an Nichts. Nur kann der Captain gar nicht so viel essen, wie er möchte oder nötig ist. Aber Kuchen muss sein. So langsam dämmert es ihm, dass wahrscheinlich das unbekannte Isogetränk der Fehler war. Die Reste in der Flasche werden entsorgt und mit eigenem Pulver aufgefüllt. Aber da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.


Der nächste Abschnitt wartet mit keinen großen Pässen oder steilen Rampen auf, aber flach ist anders und die vorherigen Höhenmeter machen sich langsam bemerkbar. Der Magen tut sein Übriges. Froh über ein Hinterrad, an Tempoarbeit ist nicht zu denken. So wie es sich gehört, wird sich anerkennend für die geleistete Arbeit an der Poleposition bedankt.
Leider wird auch klar, dass ein Treffen in Ibach mit den Silberfahrern (Fred und dem König) nicht realisierbar ist. Die Schleife durch den Hotzenwald war doch zu lang. Dafür sieht man das ein oder andere vom Tag über bekannte Gesicht. Viel bekommt der Captain in Ibach nicht runter. Etwas Flädlesuppe. Fast beschämt muss er den Kuchen der Landfrauen Ibach ausschlagen. Der sonst so leckere Käse legt beinahe den Rückwärtsgang ein.
Aber es hilft nix, es muss weitergehen.  

Landfrauen Ibach Kuchenplatten. König und Fred


Der malerische Anstieg im engen Tal der Alb sowie des Ibenbachs, dieses Jahr geht es etwas gemächlicher hoch. Zu viel Pace und der Magen rebelliert. Trotzdem findet sich ein Mitstreiter mit gleichem Tempo älteren Semesters. Im Gepäck: Zahlreiche Anekdoten seiner früheren Fahrten. Herrlich. Irgendwann endet der gemeinsame Abschnitt, und weitere Geschichten muss der Captain, wie den Mitfahrer, hinter sich lassen. Jeder muss nun in seiner Pace am besten durchkommen. Und irgendwann ist auch der nächste Gipfel „Schorrmättle“ geschafft. Durch St.Blasien hindurch und an seinem imposanten Dom vorbei. Die Stelle mit dem Defekt von letztem Jahr passiert das Trek unbeeindruckt. Fingers crossed, dass es so bleibt.
Weiter treten, Pace und Magen im Gleichgewicht halten. Alle verbleibenden Anstiege sind nun wieder bestens bekannt- ob das so gut ist, sei dahingestellt. Die Anstrengungen verlangen Konzentration auf das Wesentliche- die Bilder werden rarer.

Das Hinterrad im flacheren Abschnitt ist leider zu schnell und erst am Anstieg „Äumeler Kreuz“, rüber zum Schluchsee, wird es ein- und überraschenderweise überholt.
Ab jetzt wird nur noch in kürzer werdenden Etappen gedacht. Schluchsee-Windgfällweiher-Altglashütten- Bärental- kurzer Anstieg nach Hinterzarten- hinauf zur letzten Verpflegung Ospelehof- irgendwie.

Dort, hoch oben auf ca. 900 Metern gelegen, ist trotzdem der Tiefpunkt erreicht. Essen geht nicht. Nur trinken. Der Captain liegt im Gras und fragt sich wie einst Jan Ulrich in seiner Doku, in der jener zahlreiche Pässe der Tour de France nochmal abgefahren ist: „Nee, nee. Was tue ich mir da an auf meine alten Tage.“ 20uhr und das Tageslicht schwindet zusehends.

Bei der ersten Silbertour 2019 führte die Strecke ebenfalls hier entlang und der Captain fragte sich damals schon, wie er die 2 letzten Anstiege, Rinken und vor allem Oberried schaffen sollte. Nie klang aufgeben verführerischer…
Nix. Damals ging es, also fertig machen, rauf aufs Rad- treten, treten, treten. Der Rinken soll nicht zum Schicksalsberg werden und das Kettenblatt nicht zum Ring, ihn zu knechten…

Am Rinkenpass angekommen –

Fred und der König sind einen Berg voraus und haben die letzten Lichtstrahlen am letzten Pass kurz vor 21Uhr auf dem Schauinsland erhascht. Auch hier besondere Obacht bei der Storenabfahrt. Eine halbe Stunde später sind sie wieder im Ziel im Münstertal. Chapeau!


– wird es langsam dunkel und frisch. Wieder Zeit für die Lampe. Aber in der Abfahrt wird es kalt. Nur eine Windweste, mehr war nicht im Gepäck. Waren heute nicht mal über 30°C?? Steil und kurvig- Konzentration ist gefragt. Der schlechte Belag im unteren flachen Bereich ist bekannt, schön ist anders. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, es ist kalt in der Abfahrt. Kein Wunder, gibt es hier auch die Zastler Eislöcher, eine besonder Naturerscheinung.
Und dann droht der letzte Anstieg des Tages, Oberried/Schauinsland: Nicht gerade kurz, dazu 14% Abschnitte. Immerhin begegnet man wieder weiteren Mitstreitern, zumindest das, was im Lichtkegel der Frontlampe von diesen zu erkennen ist. Locker sieht es bei keinem mehr aus.
Der Magen hat sich überraschenderweise wieder beruhigt, aber die reduzierte Verpflegung war nicht die beste Versorgung. Zeit, Kurven, Rampen- gefühlt eine Ewigkeit. „Wie lange bin ich schon im Anstieg?“ Das Gehirn ist nun das Letzte, was noch versorgt wird. Ausgang Oberried, die 14% wurden irgendwie im Trance-modus bewältigt. Die letzten Höhenmeter im Anstieg und der volle Mond erhellt die Landschaft. Was für ein Bild. Aber um das Handy aus der Trikotasche zu holen reicht es nicht mehr und wenn ich anhalte, so die Befürchtung, ist Schicht im Schach.
20min nach 22Uhr, es ist geschafft. Oben auf dem Schauinsland. Eine 4er Gruppe Karlsruher Radler scherzt, dass das doch eigentlich nicht so schlimm war und man noch weiterfahren möchte. Vielleicht höre ich auch nur die Ironie in ihren Stimmen nicht mehr heraus.

Egal. Nur noch bergab. Windweste schließen. Letzte Abfahrt.
Wer dachte am Rinken sei es kalt gewesen… falsch gedacht. Gefühlt war es nicht einmal im Training im Winter bei minus 2-3 Grad und gefrorenem Trinkflascheninhalt so kalt. Unkontrolliert zitternd und das bei steiler, kurvig und enger Strecke. Grenzwertig. Ab und an muss selbst im Münstertal abgebremst werden, damit der kalte Fahrtwind weniger wird. Aber bald ist offizieller Zielschluss, obwohl noch Fahrer hinter mir sind. Anhalten und aufwärmen ist nicht mehr. Gottseidank wurde noch geistesgegenwärtig eine Fleecejacke aus dem Bus ans Ziel geordert.

Und dann, Helfer tauchen am Straßenrand auf und weisen die letzte Abzweigung von der Hauptstraße zur Belchenhalle aus. Jede Zieleinfahrt wird mit Applaus von den Anwesenden bedacht. Nur Bekloppte, die sicherlich selbst schon einmal die Strecke gefahren sind und nachvollziehen können, was die Radelnden hinter sich haben. Hier sind alle, die ankommen Sieger, unabhängig von der gewählten Strecke.

10min vor 23Uhr ist es vollbracht, Gold. „Er ist nicht mehr zurechnungsfähig und kann nicht antworten. Er faselt und macht komische Sachen“. Die Erinnerung ist beim Captain im Ziel etwas verschwommen. War das kalt und der Körper zittert weiter vor sich hin.  Aber zumindest konnte er für Belustigung beim Finisher-Foto sorgen. Einfach manisch/magisch. Zum Glück stand die Königliche Kutsche mit Spezi bereit und auch der König war schon wieder erholt um zu fahren. Und nach Zucker und warmer Umgebung fand der Captain bald wieder zur Zurechnungsfähigkeit zurück.

Also nächstes Jahr wieder, oder?

Spreewaldmarathon- Die Gurkentruppe macht den Spreewald unsicher

Jetzt wird es aber mal Zeit für einen Bericht… darf gerne ergänzt/korrigiert werden.

Ein weiterer Radmarathon für Loire-Gloire. Unglaublich.
Der „Schuldige“ ist schnell gefunden, Frank, der dem Ruf seiner ehemaligen Studienkollegen gefolgt ist und sich für den Spreewald-Radmarathon am 25. April angemeldet hatte.

Ein Sportwochenende mit verschiedensten Sportaktivitäten rund um die Orte Lübbenau und Burg im schönen aber fernen Spreewald.
https://spreewaldmarathon.de/wpswm/

Und selbstverständlich der König, der heimlich meherere Plätze buchte, um Frank auf der Strecke mit weiteren Loire-Gloire Fahrern zu überraschen und moralische zu unterstützen.
Der König wollte nebst Gregor, Fred und Johannes per Camper am Vortag anreisen, möglichst unentdeckt bleiben und am Startsamstag ein oder zwei Startblöcke später als Frank starten und ihn auf der Strecke überrollen. Was für ein ausgefuchster Plan.
Gregor nach souveränen 220 km Bodenseemarathon, natürlich wieder dabei. Johannes, neuer Asponat in der Runde, 200 km für seine gestählten Waden und Beinmuskeln- kein Problem.
Termintechnisch musste Fred absagen, so konnte der Captain, auch ohne falschen Bart, als Ersatzmann einspringen.
Reiseerfahren wie der König ist, wurde schnell der Camper reisefertig gemacht und beladen und zu viert ging es auf nach Lübbenau, dem Startort der größten Radmarathonrunde.

Und wenn man schon mal ~700 km fährt, kann man den Nacht- bzw. Abendlauf natürlich auch noch mitnehmen, dachten sich König & Captain- quasi als Aufwärmübung. Vom Kirchplatz in Lübbenau 5 km durch den angrenzenden Spreewald, entlang und mehrmals über die Spree und weitere Kanäle. Der Lohn: Eine blaue Spreewaldgurke am Bande.


Samstag 25.4.
Bei recht frischen nächtlichen Temperaturen, Raureif auf Zelt und Gras, kamen ein paar berechtigte Zweifel ob der mitgebrachten Radbekleidung auf. Kurz-kurz. Windjacke, Beinlinge. Hat jemand Handschuhe, Überschuhe und Mütze eingepackt?
Heißer Kaffee musste zum aufwärmen reichen. Schnell pedalieren soll ebenfalls warm machen. Maulende Kinder werden ja bekanntlich auf dem Campingplatz zurück gelassen, also half alles nichts, wir mussten los.


Zu Motivation aller wird schnell noch Jürgen Carmesins Hit „Spreewaldmarathon“ abgespielt. Ein bis dahin im Süden der Republik, zu Recht, unbekannter Künstler. Nicht zum letzten Mal wird dieser Ohrwurm ertönen.
https://www.youtube.com/watch?v=IoCY0G9JWD4
„Wir laufen, dass ist gut,
und jeder Schritt der macht uns neuen Mut,
bis wir das Ziel dann auch erreichen,
die Siegergurke warten schon,
….“


Der Radmarathon. Auch bei dieser Veranstaltung nehmen Pedaleure mit unterschiedlichen Ambitionen teil und schnell ist eine Gruppe gefunden, die dem eigenen Tempo entspricht. Im Windschatten können Kräfte gespart werden. Selbstverständlich können auch an der Spitze der Gruppe Watt und Puls gesteigert werden. Das Tagessoll: 200 km, 6 Verpflegungsstationen.

So früh will man sich jedoch noch nicht zu sehr verausgaben, die Qualität der Verpflegungsstationen muss im Laufe des Tages erst noch überprüft werden. Brechen hier verdrängte Erinnerungen an das Bärlibibertrauma oder das Iso-trauma vom Bodenseemarathon durch? Mit dem SchwarzwaldSuper als Referenz liegt die Messlatte zugegebenermaßen sehr hoch.
Doch schon nach der ersten Station können wir feststellen, dass kaum Wünsche bezüglich der Verpflegung offen bleiben. Zahlreiche Helfer haben hier bei der Feuerwehr in Luckau verschiedene Leckereien aufgetischt. Wir sind zufrieden.


Auf geht es in nördlicher Richtung der zweiten Station entgegen. Wir passieren zahlreiche kleine Dörfer mit wenig Verkehr- streckentechnisch ist die gewählte Runde 1 A. Die meisten Radler und Autofahrer fahren vorbildlich.

An Station 2 geht der lang-gehegte Plan auf. Frank wird in einer Schlange der Essensausgabe erspäht und wir stellen uns einfach mal dazu. Großes Hellau. „Was macht ihr hier? – Radfahren! – Aber warum hier? – Hier gibt es die goldene Spreewaldgurke am Bande!“
Die orangenen Trikots sind vereint. Fast kommt es zu Handgreiflichkeiten: Für´s Bild muss die grüne Jacke des Captains natürlich ausgezogen werden- wie sieht das denn aus. Gut das es schon merklich wärmer geworden ist.


Fettbemmen. Brot mit Griebeschmalz, Wursteblut… wir werden gleich in den ostdeutschen Sprachgebrauch was die Verpflegung angeht von Frank eingeführt. Natürlich dürfen an jeder Station die obligatorischen sauer-eingelegten Spreewaldgurken nicht fehlen. Eine willkommene Abwechslung zu den bei solchen Veranstaltungen sonst üblichen süßen Riegeln. Auch hier müssen die fleißigen Helfer*innen schon früh am Werk gewesen sein, um hunderte Pfannenkuchen zu backen, denn es gibt tatsächlich flache Pfannenkuchen mit Zimt und Zucker.

Ab hier trennen sich aber vorest die Wege. Frank mit seiner Runde will es etwas gemütlicher angehen lassen. Der Loire-Gloire-Express hat andere Pläne. Schneller fahren – mehr Zeit bei der Verpflegung!

Die dritte Station an der Schule Gröditsch.
Belegte Brote so weit das Auge reicht. Dazu Knabberzeug. UND Nachtisch in Form von Quark/Pudding mit Obstsauce, schön angerichtet im durchsichtigen Becher. Das Auge isst bekanntlich mit. So kann es weiter gehen. Auch Frank hat uns zwischenzeitlich wieder eingeholt.
Die Einheimischen scheinen etwas reserviert zu sein. Smalltalkversuche – meist bleibt es dabei. Wahrscheinlich sind die Lokals noch etwas misstrauis der badischen Herzlichkeit oder ist es der Dialekt- so häufig verirrt sich wohl kaum ein Badner zum Spreewaldmarathon.
Zwei dieser „Gespräche“ müssen hier wiedergegeben werden:

  1. Der Softeismann
    Loire-Gloire: „Was gib es hier denn schönes?“
    Softeismann: „Schoko, Vanille, Schoko-Vanille“
    „Dann hätte ich gerne Schokolade-Vanille bitte“
    „grmpf“
  2. Die Stullenfrau
    Stullenfrau: „Darf ich fragen wo sie herkommen?“
    Loire-Gloire: „Aus dem Schwarzwald. Wir sind extra für die tolle Verpflegung über 700km weit gefahren.“
    „Schwarzwald So weit war ich noch nie. Das ist doch in Hessen!“

Und weiter geht es.
Wo ist die Gruppe für den Windschatten hin? Schon seit einigen Kilometern hat sich der Wind aus nord-westlicher Richtung bemerkbar gemacht. Ab hier wird er stärker und es wird fieser. Johannes und der Captain treiben an. Zudem wird es noch ein wenig hügelig und wir verlassen den Ruhepuls. Zum Glück ist das ein Rundkurs und bald (ab Beeskow) sollten wir den Wind auch wieder im Rücken haben. Auch geht es leicht „bergab“ und wir treffen wieder auf größere Gruppen von Mitradlern und schießen der nächsten Station entgegen. Von den Seen lassen sich leider nur ein paar wenige Ausblicke erhaschen.

4. Station
Hatten wir nicht gerade erst Pause gemacht? Hier macht sich fast ein wenig Enttäuschung breit (vielleicht ein zu starkes Wort). Die letzte Verpflegung ist noch nicht ganz verdaut. Aber viel gibt es hier nicht mehr. Aber wenn sich die Helfer die Mühe machen eine Station auf zu bauen, dann müssen wir natürlich anhalten, alles andere wäre sehr unhöflich. Und wir sind ja gut erzogen worden. Wahrscheinlich haben einige die letzte Station ausgelassen und hier zugeschlagen. Ein Alleinunterhalter gibt sein Bestes- ist es Jürgen Carmesin?? Nein, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch und der König läd zur Schunkel- und Gesangseinlage zu Max Raabes „Fahrrad fahr´n“ein.
Aber plötzlich erhält der Wurstwagen Nachschub und es gibt doch wieder Wurst mit Brötchen. Die Stimmung ist famos.
Die anschließende Strecke führt durch einsame Wäldchen, abseits von jeglichen Autostraßen. So macht das Spass.


Bis zur Station Nummer 5 fliegen die Kilometer nur so vorbei.
Und spätestens hier fallen in der Nachmittagssonne die letzten Hemmungen und langen Trikots.
Idyllisch am See gelegen herrscht hier Jahrmarktstimmung: Verschiedene Buden, Bierbänke, Wiese. Hier werden tatsächlich alle Register gezogen, um die Pedaleure in Ekstase zu versetzten. Ja sind wir hier beim SchwarzwaldSuper?

Der König entdeckt einen Softeiswagen und kann sein Glück kaum fassen. Eis Nr. 1 wird sofort verspeist. Erbeseneitopf aus der Feldküche, Kuchen, Obst… hier lassen wir es uns eigentlich viel zu lange gutgehen. Aber dank rasantem Tempo zuvor herrscht keine Eile. Und so trifft auch Frank kurz vor der Weiterfahrt wieder ein.

6. Station

Der Weg zur 6. Station? Glückselig müssen wir die Strecke geflogen sein.
Tatsächlich gibt es noch eine Station in Burg, dem Start-/Zielort des Laufmarathons.
Hunger nein, aber wir halten aus Prinzip.

Unklarheiten bei der Navigation. Wir verpassen eine Abzweigung in der Garminroute (war da nicht ein Schild geradeaus) und verpassen die geänderte nächste Abwzeigung? Digital ausgerüstet sehen wir im Edge, wir machen einen kleinen Extrabogen, fahren parallel und treffen kurz danach wieder auf die Strecke. Die Mitfahrer rund um den Schleswig-Holsteiner Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus zögern, wir treten mutig in die Pedale.
Die Letzten Kilometer sind noch einmal hart. Der Gegenwind schlägt wieder zu. Der Captain lässt sich nicht zweimal bitten. Jetzt heißt es durchhalten bis zum Schluss.
Kurz bevor es wieder auf den Start-/Zielparkplatz in Lübbenau geht, stehen auf dem Garmin keine 200 km? Trotz Umweg? Wie sieht das denn bitte bei Garmin aus?? So geht das nicht. Wir fahren am Ziel vorbei und machen eine 1-km Ehrenrunde. Erst dann geht es durchs Ziel. Für die vollbrachte Leistung bekommen wir eine Goldene Gurke am Band umgehängt. Sowas hat nicht jede(r). Ettliche Fahrer sind schon hier. Aber unsere Motto lautet Sport und genießen.

Während wir die Regeneration mit einem Radler einläuten trifft auch Frank ein und nach und nach seine ganze Gruppe. Unser sportlicher Ehrgeiz muss wohl ansteckend gewesen sein. Kurzes Beisammensitzen, bevor es zurück zum Campingplatz geht. Wir verabschieden uns von Franks Truppe und danken, dass sie Frank, und somit indirekt auch uns, zum Marathon überredet haben.
Duschen, kochen, Beine hochlegen und die Strecke Revue passieren lassen. Alles etwas langsamer.

Fazit.
Eine uneingeschränkte Empfehlung für den Spreewaldmarathon. Strecke 1A. Verpflegung top. Freundliche Helfer. Und eine Medaille in Form einer Gurke. Wir waren gerne hier.

SchwarzwaldSuper2025

Bald ist es wieder soweit.
Die Loire-Gloire Abteilung tritt wieder in die Pedale.

Am 10.08.25 heißt es wieder: Berge und Genuss. Von A wie Apfelkuchen bis Z wie Ziegenkäse. Oder von B wie Belchen bis S wie Schauinsland. Für alle ist etwas dabei.
https://www.schwarzwald-super.de/

Mit viel Kuchen geht es entweder auf die Silberroute mit beachtlichen 5000 hm. Noch aberwitziger wird es auf der Goldroute mit 7000 hm.

Austrainiert und mit Trainingskilometern in den Beinen wie selten nehmen Frank, Gregor, Fred, der König sowie der Captain die Herausforderung an.


SchwarzwaldSuper – Berge und Genuss im Superlativ

11.8.2024 SchwarzwaldSuper

Ein Rennradmarathon, ein absolutes Muss für Schwarzwaldfreunde, Höhenmeterfetischisten und Kuchenliebhaber.

Berichte von vorherigen Teilnahmen gibt es (noch) nicht. Daher müssen wir kurz die Chronik vervollständigen und vergangene Teilnahmen skizzieren.

2018: Der Captain suchte eine Alternativveranstaltung zum verregneten Bodenseeradmarathon. Und wurde fündig. Ein von Fahrradkurieren 2014 ins Leben gerufene Veranstaltung lockte ins Münstertal. Strecken von 100-265 km Länge und 3000-6500 zu absolvierende Höhenmeter. Dem Captain wurde Angst und Bange, entschied sich aber trotzdem für Bronze (110km, 3000hm). Wenn der Mundschenk den Bodensee umrundet hat, konnte er nicht erneut kneifen. Dank Kuchen und bestgelaunten Mitstreitern kam er sicher aber ziemlich erledigt an. Wurden je 3000 hm an einem Tag von Loire-Gloire absolviert?


2019: Begeistert vom Vorjahr schaffte es der Captain den Mundschenk, sowie Betram zur Teilnahme zu motivieren. Diesmal musste es Silber sein (175km, 4700hm). Der Mundschenk und Betram tasteten sich mit Bronze an die Herausforderung heran. Die Aussicht auf Kuchen und exzellente Verpflegung versetzte auch hier Berge. Gemeinsamer Start, jedoch am Blauen (2. Berg) musste der Captain das Tempo erhöhen, um Anschluss an die Silberfahrer zu bekommen- was mit dem Anschluss nur mäßig gelang. Die letzten 2 Berge Rinken und Oberried brachten den Captain und andere Pedaleure an ihre Grenze. Aber gegenseitiges Zureden und Motivieren ließen alle auch diese Herausforderung bewältigen. Auch die anderen zwei Pedaleure hatten die Verpflegungsstationen ausgiebig getestet und die Bronzestrecke souverän gemeistert.

-Coronapause-

2022: Nochmals startete der Captain für Silber. Und auch Betram unterstützte an den ersten 2 Bergen, musste dann aber terminbedingt vom Schauinsland heimrollen. Mit 2 Freunden von Betram ging es die Berge rauf und runter- ein schnell eingespieltes Team, welches bis zum Ziel zusammenhielt. Trotz Führungsarbeit war das 2. Mal Silberroute zwar immer noch anstrengend, aber deutlich einfacher als 2019.

2023: Dieses Jahr wechselte der Captain die Seite und lernte die Organisatoren der Veranstaltung ein wenig kennen. Ein sympathischer Haufen. Als Helfer geht es früh mit dem Rad ins Münstertal, um mit beladenem Transporter und anderen Helfern gegen 5uhr30-6uhr die Station am Kurhaus in Badenweiler aufzubauen. Die ersten Goldfahrer trafen gegen 6uhr30 ein und freuten sich auf Kaffee und Verpflegung. Knapp 1000 Fahrer die nächsten 2-3 Stunden zu versorgen verlangte vollen, aber trotzdem gutgelaunten Einsatz. Wieder zurück in Münstertal blieb der Captain bis ca. 20 Uhr und half bei der Registrierung der ankommenden Bronze-, Silber- und Goldfahrer. Plaketten und Urkunden wurden überreicht. Reihenweise Lob und glückliche Gesichter.

2024

Des Captains Werben hat ein Ende. Diesmal sagte auch der König zu, sowie Betram und Fred. Glücklicherweise meldete der König sehr früh alle an- zusätzliche Motivation, um im Frühjahr und Sommer trainieren zu müssen. Auf Grund eines Artikels im Magazin „Tour“ und der damit einhergehenden Werbung war die Veranstaltung 2 Wochen nach Anmeldestart bereits mit 1000 Teilnehmern restlos ausgebucht- so früh wie noch nie. Auch durch die durchweg positiven Stimmen, Einträge im Gästebuch, sowie Erzählungen und Lob von Teilnehmenden ist dieser Radmarathon immer beliebter geworden. Und wir können nur beipflichten: Streckentechnisch herausragend. Verpflegung kulinarisch einzigartig und ein super Organisationsteam, sowie viele gutgelaunte Helfer. (Auch der Mundschenk hatte gute Absichten, musste aber der fehlenden Fitness Tribut zollen und seinen Platz wieder abgegeben.)

Wir machen einen Sprung an Anfang August und so langsam dämmert allen, auf was sie sich hier eingelassen haben.
Auch am Starttag und auf der Strecke ist noch nicht klar, ob es für alle die Silberroute sein soll, oder doch für den ein oder anderen Bronze. Dank der Streckenführung lässt sich diese Entscheidung lange hinausschieben.

Parkplatzsuche und Klogang, es geht etwas später als geplant auf die Strecke. Mit ca. 1200-1300 Startenden ist der kleine Ort Münstertal an seiner Kapazitätsgrenze (es wurde noch ein paar Startplätze zusätzlich bewilligt). Der Captain entscheidet sich gegen Teambekleidung und für sein vertrautes Trainingstrikot- trotz orangener Ärmel, der König grollt, setzt dem Captain aber zumindest ein Loire-Gloire Teamcappy auf.


Es geht los und der Captain ist motiviert die Mitstreiter die Berge hinauf und hinab zu führen. Die anderen sind geradezu erpicht darauf, die vollmundigen Ankündigungen bezüglich der Verpflegung auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Es herrscht ein ehrfürchtiger Respekt vor der bevorstehenden Herausforderung. Wenn alles gut läuft: 185km, 4500 hm!! Streng nach Wattvorgabe der Leistungsmesser nehmen der König und Fred die Berge in Angriff. Nur nicht überpacen und nach der Hälfte einbrechen ist die Devise.

Gemütlich geht es den ersten Anstieg zum Haldenhof hinauf erste 2-stellige Steigungsprozente inklusive. In der Abfahrt passiert es: An letzter Position liegend übersieht Betram die Abzweigung zum Anstieg zur ‚Unteren Stuhlsebene‘. Zusätzliche Höhenmeter für Betram. Das nenne ich Einsatz. Der Rest ist erst etwas ratlos, beschließt dann aber am 2. Gipfel zu warten. 20-30 min vergehen, bis die erste Station in Utzenfeld gemeinsam angesteuert werden kann.

Und es wurde nicht zu viel versprochen: Bei der Konfitürenmanufaktur Faller werden Säfte, Müsli, Quark, Käse, Brote, Marmelade, Honig, Kartoffelsuppe, Obst, Nüsse und natürlich Kuchen angeboten. Ein Vorgeschmack auf den heutigen Tag und alles wird ausgiebig probiert.

Der nächste Anstieg über Präg den Wacht-Pass hinauf- landschaftlich eine gelungene Streckenwahl, jedoch Dank rücksichtsloser Auto- und Motorradfahrer zum Vergessen. Der Veranstalter informiert über eine Streckensperrung kurz vor Bernau: Unfall und Streckensperrung (Kollision zwischen Motorrad und Bus, wie sich später herausstellt, mit tragischem Ausgang für Ersteren). Es überrascht leider nicht, bei der Fahrweise die manch motorisierter, zweirädriger Verkehrsteilnehmer hier an den Tag legt. Dank Rücksprache zwischen Veranstalter und Feuerwehr ist die Unfallstelle weiträumig über eine Schotterpiste zu umfahren. Alle Radler folgen vorbildlich den Anweisungen der Einsatzkräfte.

Richtung St.Blasien, die leicht abschüssig Strecke und fremder Windschatten laden zum Tempomachen ein. Bis in St.Blasien der König anruft- moment, war er nicht eben noch hinter mir??? Technischer Defekt an der elektronischen Schaltung. Wir müssen am Ortseingang St.Blasien eine Zwangspause einlegen. 20 min wird vergeblich versucht, der Schaltung ein Zucken zu entlocken. Es hilft nichts. Der König schickt resigniert und schlecht gelaunt seine Mitstreiter weiter. Die Stimmung ist am Tiefpunkt. Werden wir überhaupt ankommen, wenn es so weiter geht?


5 min später klingelt erneut das Telefon: Frohlockend tut der König kund, dass die Gangschaltung sich wieder regt und er die Verfolgung aufgenommen hat. Alles wird gut!Und so kehren wir gemeinsam beim nächsten Halt an der Gemeindehalle in Ibach ein. Kulinarisch werden hier alle Register gezogen. Neben dem üblichen Angebot, wie Obst, Nüsse, Käse,…, kommen hier heiße Brägele frisch aus der Pfanne, abgerundet mit Bibiliskäs und Gurkensalat auf die Teller. Ebenso aufgebaut ein Kaffee&Kuchen-buffet- selbstgebacken von den Landfrauen Ibach. Doch nicht genug. Vor der Hitze geschützt gibt es in der Halle Schwarzwälder Kirschtorte! Nochmal: Es gibt Schwarzwälder Kirschtorte! Gibt es überhaupt einen Grund weiterzufahren?

Zwischen den Radlern entdecken wir einen alten Schulkamerad (Frank S.), der schon einige Kilometer und Höhenmeter mehr in den Beinen hat, ist er doch auf der Goldroute unterwegs.


Zu fünft geht es gemeinsam weiter. Aber in Todtmoos naht die Entscheidung, ob alle dem Captain und der Silberroute folgen, oder die Gruppe sich hier trennt. Die Vernunft sagt für manchen Bronze, auch die Zeit die wir bisher benötigt haben (Widrigkeiten inklusive) spricht für die kürzere Variante. ABER: Die Blöße will sich keiner geben und außerdem, so jung kommen wir nicht mehr zusammen. Und so wird die zusätzliche Schleife durch den Hotzenwald in Angriff genommen.
Frank S. und der Captain geben das Tempo vor und wir schießen gemeinsam durch die Wehraschlucht runter nach Wehr das es eine Freude ist. Da es bei diesem Marathon entweder rauf oder runter geht, nur selten ist es eben, folgt in der größten Hitze jenseits der 30 °C im Schatten der Anstieg mit den meisten Höhenmetern zum Hornbergbecken.

Auch hier erzeugen die Beine Leistung streng nach Wattvorgabe, und so veranlasst die Kombi Übersetzung-Trittfrequenz den Captain zu einem etwas schnelleren Tempo als die anderen. Für den Captain bleibt oben angekommen genügend Zeit bis ganz hoch zum optionalen Speicherbecken und weiter zur nächsten Station, an der er schon einmal das kulinarische Angebot prüft, bevor alle wieder vereint sind.

Die Sonne brennt. Abkühlung gibt es im Liftstübli Herrischried. Kulinarische Besonderheit hier: Flädlesuppe und Kartoffelsalat. Erfrischung durch ein alkoholfreies Freiburger Bierle: Ganter und Kulinarik, eigentlich ein Oxymoron. Aber Erfrischung ist Erfrischung und auch der Kuchen schmeckt in der kühlen Stube ausgezeichnet.

Der Captain hat seine Garmin-Technik nicht im Griff (die Autopause versagt heute), speichert mitten in der Aktivität und versaut sich eine durchgehende Streckenaufzeichnung. Dank König und Fred stehen aber exakte Daten zur Verfügung. Hinunter nach Görwihl /Tiefenstein und gleich wieder aufwärts. Die Strecke mäßig ansteigend, aber lange bergauf im engen Tal der Alb, sowie des Ibenbach: ein Traum. An der Freiwaldkapelle (und gegenüberliegender Hütte) bittet womöglich der ein oder andere Fahrer um göttlichen Beistand für die verbleibenden Anstiege und Abfahrten. Auf alle Fälle ein weiterer Stempelnachweis im Fahrtenbuch.

Flott geht es hinunter nach Todtmoos, zurück an den Ausgang der Hotzenwaldschleife. Die einzelnen Pässe und Abfahrten beginnen in der Erinnerung zu verschwimmen.
St. Antonin Pass. Aufgrund der Hitze hat der Veranstalter am Beginn der Steigung nochmal spontan einen Camper mit reichlich Wasserflaschen positioniert. Klasse! Hinunter nach Häg. Rauf nach Ehrsberg. Bertrams kurzer Einbruch im Ibenbachtal/Freiwaldkappe scheint überwunden. Die Aussicht auf die nächste Station beflügeln ihn und er fährt gemeinsam mit dem Captain voran Häg-Ehrsberg hinauf und dem Festschopf Ehrsberg entgegen.

So langsam werden wir alle wahnsinnig!

Deftige Verpflegung in Form von Maultaschen (vegetarische Variante inklusive) Karottensalat, Tofuschnitten, Schinken und ein Cola-Zucker-Coffein-schub sind genau das Richtige. Ein Goldfahrer am Tisch scheint Anstrengung und Hitze nicht gut vertragen zu haben. Er redet seltsames Zeug. Da die Pause schon etwas andauert, beschließen wir, aufzubrechen. Es sind zwar nur noch zwei Abfahrten und ein knackiger Anstieg zu bewältigen, aber so langsam neigt sich der Tag dem Ende entgegen und die Sonne steht schon bedrohlich tief und die Schatten werden lang.

Rurzes Rollen oberhalb des Wiesentals. Was für eine Aussicht.

Nach kurzer Absprache schießt der Captain voran ins Wiesental. Sein Plan ist, im Tal nicht zu warten, sondern den letzten Anstieg Hohtann inklusive optionalem Anstieg auf den Belchengipfel in Angriff zu nehmen und zwar so, wie es seine doch recht frischen Beine noch hergeben. So sollte es kaum Zeiteinbußen geben, während die anderen die offizielle Strecke zum Hohtann erklimmen. Reihenweise werden die Fahrer im Anstieg überholt- keine Überraschung, sind hier sicherlich auch einige Goldfahrer am Ende ihrer Kräfte unterwegs. An der Abzweigung zum Belchen wird es schon gefährlich dämmrig und nur eine handvoll anderer Fahrer begegnen dem Captain auf den extra 300 hm. Anerkennendes Zunicken. Mit dem letzten Licht ist der Gipfel erreicht und der Captain ist froh eine Lampe am Rad zu haben. Kurze Abfahrt und die letzten 2 km zum Hohtann. Jetzt sieht man bekannte Gesichter, die man über den Tag häufiger getroffen hat. Kurz vor den letzten Höhenmetern und der Gewissheit es zu schaffen wird gespaßt und gelacht. Wie eine langgezogene Perlenkette aus Lichtern erscheinen die Radler in der Dunkelheit.

Eine kluge Krafteinteilung den Tag über hat genug Reserven zurückgehalten. Und so haben die Loire-Gloire Mitstreiter unterdessen den Pass im Eiltempo erklommen und entschieden, in der Dunkelheit/Restlicht gleich gen Ziel weiterzufahren. (Fehlender Empfang erschweren die Kommunikation).

In Begleitung fährt der Captain mit Licht, aber im gemäßigtem Tempo ins Münstertal dem Ziel entgegen. Dank Streckenkenntnis ist der Zustand der Straße bekannt und dennoch, die Schlaglöcher im Dunkeln sind leicht zu übersehen. Unten in Münstertal sind die Loire-Gloire Heroen schon heil und erleichtert im Ziel angekommen und kurz darauf darf auch der Captain Plakette und Aufkleber im entgegennehmen.


Alle Silber. Ein weiterer Triumpf für Loire-Gloire!

Da für manche noch eine etwas längere Heimfahrt ansteht, verweilen wir nicht lange und machen uns auf den Heimweg. Bei Betram angekommen bemerkt der Captain sein Handy auf dem Autodach. Nach 30 km auf dem Dach. Glück gehabt. Da scheint wohl mehr Blut in den Beinmuskeln statt im Kopf beim Einpacken und Räderverstauen gewesen zu sein. Auch die Radbrille blieb am Parkplatz auf der Strecke. Konnte jedoch Dank ehrlichem Finder im münstertäler Fundbüro kurz darauf wieder abgeholt werden.

Wie immer bis zur nächtsen Aussfahrt!

Bodenseeradmarathon 2024

Beflügelt von den Leistungen beim SchwarzwaldSuper, saß der König im Urlaub in Dänemark und überlegte, welche Herausforderung Loire-Gloire am Ende der Saison noch bestreiten könnte.

Der SURM, den der König & Captain in guter Erinnerung behalten hatten? Oder einmal zusammen den Bodenseeradmarathon (https://bodensee-radmarathon.ch), den ebenfalls Loire-Gloire in der Silbervariante in Person des Mundschenks schon 2 Mal teils unter grausligen Wetterbedingungen absolviert hatte? Der Captain schämt sich nicht, damals einen Rückzieher gemacht zu haben- denn nur durch diesen Zufall, das schlechte Gewissen plagend, entdeckte der Captain ja erst den SwS!

Da rief der König seine willigen Untertanen und so machten der Steuermann, Frank, Fred, der Captain und der König selbst sich bereit für die große Seeumrundung. Der Plan das Ganze mit An- und Abreise an einem einzigen Tag zu versuchen wurde schnell verworfen- wir sind ja alle keine 20 mehr. Nach etlichen ausgebuchten Camping- und Stellplätzen, oder Angeboten die an Wegelagerei grenzten, buchten wir in Grasbeuren auf dem Dreher Hof Salem  2 Stellplätze, nur wenige Kilometer vom Startort Meersburg entfernt.
(https://www.dreherhofsalem.de)
Fred, der Steuermann und der Captain bildeten die Vorhut. Ein kleiner Stau im Kinzigtal kostete nur etwas Zeit… plus etwas Würde und Ansehen: Der Versuch durch ein gewieftes Google-Maps-Navigations-Manöver ein paar Positionen in der Schlange gutzumachen scheiterte kläglich. Trotzdem konnten die Unterlagen beim Turn und Sportverein Meersburg pünktlich abgeholt und Frank- frisch aus dem italienischen Trainingslager- nachgemeldet werden.

Der Stellplatz ein Traum: Privater Hof, sehr zuvorkommende und sympathische Besitzer. Dusche, WC, Extra Raum, Küche und Hofladen. Eine gute Wahl!
Nach Eintreffen unserer letzten 2 Pedaleure wurde keine Zeit vergeudet und gleich mit dem Carboloading begonnen. Gefolgt von letzten Handgriffen an Material und Technik. Nur edle Carbon-rösser neben des Captains Alurenner. Carbon statt Kondition oder doch anders herum? Wichtige Fragen wie ‚Fährt man am neuen Rad noch mit Ventilkappen und Sicherungsmuttern‘ oder ‚Dürfen falsch ausgerichtete Mäntel (Ventil-Mantelaufdruck) überhaupt noch mitfahren‘ sind noch nicht abschließed geklärt. 220 km waren am nächsten Tag zu bewältigen: Bei manchen mit Nervosität, jedoch bei allen auch mit Vorfreude ging es in Bus bzw. Camper zur Nachtruhe.

Der 6Uhr-wecker schellt. Auf, auf. Zur Vorbereitung gehört ein richtiges Frühstück. Und danach ist der orangene Loire-Gloire Express fast im Zeitplan abfahrbereit und die Garmintechnik einsatzbereit.

Mit der aufgehenden Sonne geht es durch neblige Täler nach Ittendorf, wo wir auf die offizielle Strecke treffen. Herrlich!

Hügelig geht es auf kleineren Straßen und Radwegen, gesäumt von zahlreichen Obstplantagen, Richtung Kressbronn zur 1. Verpflegungsstation- sicherlich der schönste Streckenabschnitt.
Die anderen Radler auf der Strecke: ein breites Spektrum an Rädern, Ausdauer, verkehrsregelkonformem Verhalten, Ambitionen und Durchschnittspace, mit welcher der Marathon absolviert werden soll.

Station Kressbronn

Nicht viel Zeit vergeht und die Landesgrenze nach Österreich ist überschritten- was sagen die Zollbestimmungen über die Einfuhr von Riegeln und Bananen?

Selbst die Fahrt durch Bregenz mit Verkehr, streckentechnisch leider nicht zu umfahren, ist weniger schlimm als erwartet. Die Bodenseezuflüsse Bregenzer Ache, Rhein und Alter Rhein sind zu überqueren und kurz darauf verlassen wir Österreich und sind im Kanton St. Gallen in der Schweiz.
Gefühlt wie im Peloton geht es mit zahlreichen Velofahrern auf Radwegen oder auf dem seitlichen Radstreifen zur 2. Station Altenrhein, Heimatdorf des BRM austragenden Radfahrervereins.

Hatte der Captain am morgen noch befürchtet, dass er allein Führungsarbeit um den See leisten muss- ganz im Gegenteil: Die Mitradler sind häufig vorne zu finde und der orangene Express deutlich schneller unterwegs, als erwartet. Natürlich auch Dank Windschatten anderer Gruppen.

Auch an der 2. Station entspannte Radler und freundliche Helfer. Der Mann am Mikro weiß mit flotten Sprüchen zu begeistern. Und wie zuvor: Stationsstemple nicht vergessen.
Die Verpflegung ist von der vorherigen Station bekannt: Äpfel und Bananen, getrocknetes Obst, Nüsse, Salzstangen, eine Art Müsliriegel und natürlich der Appenzeller Bärli Biber. Eine Lebkuchenspezialität, mundgerecht geviertelt. Ja ist denn schon Weihnachten? Andere Verpflegung, wie z.B. Pasta, gibt es zu schweizer Preisen.

Ein lauter Knall!? Der Mantel/Schlauch eines MTBs hat sich verabschiedet. Wollte er sich als einer der zuvor über den Bodensee gesehenen schwebenden Zeppeline identifizieren. Für die Antwort bleibt keine Zeit. Die Trinkflaschen und Energiereserven sind aufgefüllt und es geht weiter.


Kurzes Posieren an der Promenade am See in Rorschach. Sicherlich interessant wäre, was der gleichnamige Formdeuteversuch heute unter den Teilnehmern ergeben würde: Waden, Rennräder, Biber Bärlis.


Auf der B13 fliegen wir fast durch das Thurgau Tägerwilen entgegen. Aber streckentechnisch ist dies leider keine Radperle. Der Verkehr und die zahlreichen Kreisverkehre und dadurch entstehenden Engstellen verlangen die meiste Aufmerksamkeit und dazu Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmern. Fehlverhalten auf Auto- sowie auf Radlerseite bleiben glücklicherweise die Ausnahme.

Tägerwilen- letzte Station am Obersee am Sportplatz des FC Tägerwilen.
Bei bestem Sonnenschein ist es zur Mittagszeit zwischen 13-14 Uhr Anfang September noch immer fast sommerlich heiß. Neben der üblichen Verpflegung gönnen wir uns eine Runde Bratwurst und Cola. Die neue prognostizierte Ankunftszeit mahnt nicht zur Eile und so lassen wir uns Zeit. Wir merken, dass wir im Vergleich zum SwS kulinarisch deutlich Abstriche machen müssen.

Nichtsdestotrotz, die Stimmung ist gut, die Beine und Waden noch frisch. Und so steht an der Abzweigung nicht zur Debatte, ob wir Richtung Konstanz die Abkürzung und somit die Silberstrecke wählen. Heute ist Gold Trumpf und das nächste Ziel heißt Stein am Rhein am Ende des Untersees und Übergang in den Rhein. Es ist nur ein kurzer Abschnitt bis zum nächsten Halt, aber deutlich angenehmer, da die Strecke häufig auf Radwegen neben der B13 führt. Die Radler werden weniger und somit auch die Gelegenheit im Windschatten zu fahren. Dafür macht Frank das Tempo und ein Mitstreiter aus Duisburg ist froh um den Windschatten. Wo bleiben eigentlich die restlichen Höhenmeter?

Nach nur knapp 30 km überqueren wir den Rhein und fahren vorbei an mittelalterlichen Häusern von Stein am Rhein und haben sogleich die Schanz Mehrzweckhalle, Station Nr. 4, erreicht.
Die Helfer sind weiterhin gut gelaunt und freundlich- die Radler ebenso. An dieser Station stellen wir uns die Frage, ob wir nun süchtig nach Lebkuchen geworden sind oder ob wir bis Weihnachten keine mehr sehen können. Es wird sich zeigen, wenn im Supermarkt das erste Weihnachtsgebäck ausliegt. Bärli-Biber. Bärli-Biber. Bärli-Biber.
Ist nun Sponser Competition oder Sponser Isotonic die bessere Getränkewahl? Egal, beide iso- und hypotonischen Getränke fließen weiter in Strömen- es soll sich noch rächen.


Zum Ortsausgang verlassen wir die Schweiz und sind wieder am deutschen Teil des Bodensees. Und ab hier wird es nun bis Konstanz deutlich hügeliger und einige Höhenmeter sind zu absolvieren. Da fühlt sich auch der Captain wieder wie daheim.

Konditionsschwäche oder Leistungseinbußen? Im Anstieg kurz hinter Allensbach radeln der Steuermann und der König voran wie die jungen Bergziegen. Chapeau! Auch Barbara wird hier zum wiederholten Mal heute überholt. Am gleichen Anstieg zwingt ein kleiner Hungerhast Fred den Anstieg etwas langsamer anzugehen, was zuerst nur von Frank bemerkt wird. Aber wir lassen keinen zurück. Spätestens nach einem Dextro Energy Gel und einem Apfel ist erstens bei der Abfahrt zur Fähre in Konstanz die Gruppe wieder zusammen. Und zweitens alle wieder zurück mit alter Stärke.


Auf der Überfahrt nach Meersburg glückliche Gesichter und Zufriedenheit ob der erbrachten Leistung, ist die große Runde doch fast geschafft. Eine kurze steile 17% Rampe und das Ziel wird erreicht sein. Aber nur Flachländern treiben die Steigungsprozente den Angstschweiß auf die Stirn. Alle anderen freuen sich, dass auch ein anaerober Abschnitt in der Garmin-aktivität zu Buche steht.

Ein letzter Stempel beim TuS Meersburg und wir halten unsere Medaillen für die Goldroute in unseren Händen. Triumpf!

Um die Seeumrundung vollständig abzuschließen, geht es mit kurzem Anstieg zurück nach Grasbeuren. Und nach ca. 11h25, mit ca. 8 Stunden Fahrzeit ist es vollbracht. Da purzeln die Garmin Rekorde und Auszeichnungen aus den Edge Geräten, dass es eine wahre Freude ist.


Frisch geduscht und mit Pizza und Eis (inklusiver Lieferverzögerungen) sowie hopfenhaltigen Getränken wird zügig die Regeneration eingeleitet, Isogetränkeüberdosis-bedingte Bauchkrämpfe beim Steuermann inklusive. Mit sternklarer Nacht beginnt die Nachtruhe heute etwas früher.

Und so beginnt der nächste Morgen ohne Wecker früher oder später, je nach Gusto. Das Frühstück lädt ein die zweifelsohne tollkühne Leistung nochmals Revue passieren zu lassen. Wir sind bereit für zukünftige Fahrten.

Zusammenpacken. Heimreise.

Bis zur nächsten Ausfahrt!